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Die Straßenplanung

Die Baumstory in Kürze:
Ahornbäume  prägen das Bild der Emil-Andresen-Straße in Lokstedt - sie sollen nach den Plänen des Bezirksamts Eimsbüttel gefällt werden, um die Straße ”erstmalig endgültig” zu erschließen (Beschluss Feb ’08).
Die  Emil-Andresen-Straße  ist eine alte und ruhige Wohnstraße am Rande des Zylinderviertels in Lokstedt. Schöne gepflegte Ahornbäume, zwischen ihnen ein Grasstreifen mit Gräben, säumen die Straße über die gesamte Länge und verleihen ihr eine geradezu dörfliche Idylle mit liebenswertem Charme. Die damit einhergehende Lebensqualität und der hohe Wohnwert der grünen citynahen Lage des Stadtteils haben sie zu einem beliebten Wohnquartier werden lassen. Trotz umfangreicher neuer Bebauung in den letzten Jahren konnte die Emil-Andresen-Straße ihren besonderen Charakter bis heute bewahren.
Die  Bürgerinitiative Emil-Andresen-Straße  kämpft seit nunmehr einem Jahr für den schönen Baumbestand und fordert eine sanfte Straßensanierung unter Maßgabe der Erhaltung der Ahornbäume. Dafür wurde eine Eingabe verfasst und beim Petitionsausschuss der Bürgerschaft eingereicht. Ein endgültiger Beschluss liegt demnächst vor.
Presse und TV haben mehrfach über die umstrittene ”erstmalige endgültige Erschließung” in der Emil-Andresen-Straße berichtet sowie über das Anliegen der Bürgerinitiative,  30 Ahornbäume vor dem Fällen zu retten!

 

Nach den Plänen des Straßenmangement Eimsbüttel sind folgende Maßnahmen geplant (erstmalige endgültige Erschließung):
- Grundsätzlicher Neubau der Straße mit tiefem Aushub für schwere Fahrzeuge (Bus)
- Verbreiterung der Straße um 60 cm für den Busverkehr
- Anlegen eines gepflasterten Fußweges auf der Südseite
- Anlegen von Parkplätzen auf der Südseite
- Fällen der Bäume wegen Verbreiterung der Straße (Neupflanzung von kleinen neuen Bäumen)
- evt. neue Parkplätze zwischen den neuen Bäumen
- Anlegen eines gepflasterten Fußweges auf der Nordseite
- Neue Verlegung aller Versorgungsleitungen

Die Bürgerinitiative Emil-Andresen-Straße hat diese radikalen Pläne mit einer Petition im Eingabenausschuss der Bürgerschaft im März 2008 zum Stoppen gebracht. Die Bürgerinitiative will den erforderlichen Straßenbau nicht verhindern aber fordert:
- Alle erforderlichen Maßnahmen des Straßenbaus unter Erhaltung der Ahornbäume zu überdenken.
Dafür wurden von der Behörde im Sommer 2008 neue Gutachten erstellt, ob und unter welchen Möglichkeiten die Straßenbäume trotz aller angestebten Baumaßnahmen erhalten werden können. Diese Gutachten liegen jetzt vor (Juli '09). Wenn alle weiteren Fragen geklärt sind, wird der Petitionsausschuss in der kommenden Woche entscheiden, welche Maßnahme zum Einsatz kommt.
Hoffen Sie mit uns, dass es Abgeordnete gibt, die unsere Straßenbäume ebenso erhalten wollen wie wir. Lassen Sie uns weiterhin für eine schöne Straße und ein sattgrünes Lokstedt mit der von uns allen so geliebten Lebensqualität kämpfen! Haben Sie noch etwas Geduld! Bald gibt es eine Straße ohne Schlaglöcher und einen Fußweg für trockene Füße!

In jedem Fall müssen die Anwohner den Straßenausbau/Erschließungskosten bezahlen:
- Wenn die Ahornreihe und die schönen Gräben bleiben bei Tempo 30 oder
- eine verkehrsreiche kahle Straße nach städtischer Norm mit Minibäumen, die wieder
  60 Jahre brauchen, um so schön zu sein wie jetzt.

 

Präsentation des Management für Straßenbau für die Straßenplanung

 

                                    

                 


 

Straßenplanung Herbst/Winter 2007/8 - für das Fällen der Bäume



Die Straßenplanung:

Die Gesamtplanung und Koordination liegt beim Fachamt Management des öffentlichen Raums, Abteilung Straßenbau, im Bezirksamt Eimsbüttel an der Grindelallee.

Für die Planung der Straße wurden u. a. auch alle Leitungsträger (Vattenfall etc.) angeschrieben. Diese meldeten keine Arbeiten dazu an.

Somit wurde im  April 2006  die Planung beschlossen:

Verbreiterung der Fahrbahn, anständige Bushaltestelle, Verfüllung des südlichen Grabens, Parkplatzstreifen auf der Südseite. Alles unter Erhaltung der Bäume auf der Nordseite!

Der beigefügte Plan1 (Schnitt A-A)  s. u.  zeigt die beschlossenen Maßnahme von 2006.

Damit wären wir ja einverstanden gewesen!

 

Im Sommer 2007 sollte endlich mit den Bauarbeiten begonnen werden. Das Verwaltungsprozedere sieht jedoch vor, dass noch einmal alle evtl. Zulieferer angeschrieben werden. Erst dann meldeten die Leitungsträger ( Vattenfall , Telekom, Wasser) erforderliche Arbeiten an.  Herbst/Winter 2007/2008  wurden die Pläne überarbeitet.
Die im Erdreich liegenden Leitungen (ca. 2000 unter dem Fußweg verlegt)  sollen neu verlegt werden: dafür wird ein Schacht in Fußwegbreite ausgehoben, der auf den Wurzelbereich der Bäume keine Rücksicht nimmt. In diesen Schacht werden alle erforderlichen Leitungen gelegt. Danach werden die Schachtwände mit einer Schutzmaßnahme versehen, der Schacht selbst  wird mit einem speziellen Kiessand-Gemisch aufgefüllt. Weil die 60 Jahre alten Ahornbäume (Lebenserwartung 80 Jahre)  keinen radikalen Wurzelschnitt vertragen, werden sie gefällt. Deshalb hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt die Mehrkosten für die Fällung und Neuanpflanzung eingeworben und versichert, eine "gute ökologische Lösung" gefunden zu haben. Zur Entwässerung der Straße werden die nördlichen Gräben bleiben.

 

Fragen über Fragen:

1. Warum haben die Leitungsträger bei der Straßenplanung 2006 keine Arbeiten angemeldet und warum waren diese Arbeiten 1 Jahr später dringend erforderlich?

2. Warum wird bei der neuen Planung von "Erstmaligem Erschließen der Straße" gesprochen?
Die Straße befindet sich seit Anfang des letzten Jahrhunderts in einem bebauten gewachsenen Umfeld und nicht auf freier Wiese, die jetzt erst erschlossen wird.

3. Warum sind die Leitungen innerhalb weniger Jahre total erneuerungsbedürftig? (Sie wurden bereits für die Erschließung der Wohngebiete Max-Tau-Straße und Andresengarten erneuert, ohne dass die Bäume gefällt werden mussten)

6. Warum stellt die Verwaltung den sorgfältigen Umgang mit den Bäumen nicht zur Bedingung? In der Planung ein Jahr zuvor hatte dieselbe Verwaltung noch versichert, die Baumreihe zu erhalten.

4. Warum wird den Leitungsträgern ein aufwendiger Schacht genehmigt, für den 30 Straßenbäume gefällt werden müssen?

6. Warum beschließt die Bezirksversammlung einstimmig das Fällen der Bäume - gegen den Willen der Anwohner?

7. Warum wirbt eine Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt viel Geld ein für das Fällen gesunder alter Bäume, deren Lebenserwartung noch mindestens 20 Jahre sind?

7. Warum können neue Leitungen nicht konventionell verlegt werden, wie es überall in den Straßen zu beobachten ist?: Es wird aufgegraben, Baumwurzeln werden liebevoll und sorgfältig freigelegt, ohne dass sie verletzt oder gar beschnitten werden. Kürzlich gab es Leitungsarbeiten z. B. im Heussweg (neue Kabel für Vattenfall) und in der Schlüterstraße (neue Lehrrohre für Telekom) zu beobachten. Auf Nachfrage, ob es nicht einfacher sei, die Bäume zu fällen, stießen wir auf völliges Unverständnis...

8. Warum sind weder Verwaltung noch die Leitungsträger daran interessiert, Altes und Gewachsenes zu bewahren und zu pflegen, um damit den Wert und die Lebensqualität zu erhalten?

9. Zum Schluss stellt sich noch die entscheidende Frage: Wer außer den Leitungsträgern hat noch einen Vorteil davon??

 

Plan 1: Planung 2006/7